Episoden

25 – Bücher Teil2 mit Daniel Pink, Douglas Rushkoff, Jane McGonigal, Kerstin Friedrich, Perry Marshall, Peter Thiel

25 | Solo | Mein Bücherregal Teil 2

Vorab schon einmal mein Hebel zum Thema Bücher: anstatt Bücher zu lesen, höre ich sie als Hörbücher. Ich habe bei Audible ein Abo (9,95 €/Monat für ein Buch meiner Wahl, jedes weitere Buch 9,95 €) und schaffe mindestens 1 Buch im Monat, das Abo lohnt sich also. Außerdem höre ich mit 1,5 bis 2facher Geschwindigkeit. So kann ich den Hauptinhalt schnell erfassen und komme auf die Bücher zurück, wenn ich sie dann konkret brauche. So schaffe ich es enorm viele Bücher in kurzer Zeit zu hören, vielleicht hilft euch dieser Hebel ja auch. Außerdem: Auf Goodreads könnt ihr sehen, welche Bücher ich abgesehen von den hier vorgestellten sonst so gelesen habe, falls euch das auch interessiert. Wie beim letzten Mal sind die Überschriften wieder direkt mit Amazon verlinkt, sodass ihr die Bücher direkt kaufen könnt (und ich ein paar Prozente bekomme 🙂 )

Reality Is Broken: Why Games Make Us Better and How They Can Change the World – Jane McGonigal

In diesem Buch geht es darum, wie uns “Gamification” motiviert, Dinge zu tun. Ich zum Beispiel habe jeden Tag meine Listen, die ich abarbeiten möchte. Ich will 3 Gläser Wasser trinken, ich will jeden Abend meinen Tagesabschluss machen und so weiter. Es ist für mich wie ein Spiel, diese Liste jeden Tag komplett abgehakt zu haben und es frustriert mich, wenn ich es nicht schaffe. So kann man natürlich nicht nur sein eigenes Leben gamifizieren, sondern auch beispielsweise die Mitarbeiter in der Firma motivieren. Bei mir wirkt das enorm gut, vielleicht ist das ja bei euch ebenfalls so. Wenn euch genauer interessiert, wie ich meinen Tag organisiere, dann schaut doch hier vorbei.

A Whole New Mind: Why Right-Brainers Will Rule the Future – Daniel Pink

Man kann in der Wirtschaft beobachten, dass alle Jobs, die nicht mit Kreativität verbunden sind, immer mehr durch Computer bzw. Roboter ersetzt werden. Damit euch das nicht passiert, solltet ihr euch immer die Frage stellen, ob das was ihr macht einen ernsthaften Wert liefert. Um das rauszufinden, habe ich aus dem Buch mal drei Fragen heraus gesucht:

1. Kann es jemand günstiger machen? Hier geht es auch um das Thema Outsourcing.

2. Könnte es ein Computer schneller erledigen? Man denke hier zum Beispiel an die Buchhaltung und was sich dort durch den Computer getan hat.

3. Schafft ihr einen bleibenden Wert im Zeitalter des Überflusses? Wir haben ja alles zur Verfügung, deswegen muss schon was mit Mehrwert her. Man kann ja mal drüber nachdenken, schadet ja nicht.

Das große 1×1 der Erfolgsstrategie: EKS® – Erfolg durch Spezialisierung – Kerstin Friedrich

EKS – engpasskonzentrierte Strategie – ist ja öfter Thema bei mir, weil ich es echt wichtig finde. Der Kern ist, dass wenn eine Ressource fehlt, dann kann noch so viel von allem anderen da sein, das Wachstum geht nicht weiter. Eine Pflanze zum Beispiel braucht Wasser, Licht, Phosphor, Kalium… Wenn eines fehlt, wird die Pflanze sterben, auch wenn noch so viel von allem anderen da ist. Bei der EKS geht es darum, die Engpässe in anderen Firmen zu erkennen, und die passende Lösung zu liefern. Wenn ihr ein Produkt anbietet, was den Engpass in vielen Firmen löst, dann seid ihr natürlich der Hit. Mir hat dieses Buch und das Konzept viel weiter geholfen, ich empfehle es euch wärmstens.

80/20 Sales and Marketing: The Definitive Guide to Working Less and Making More – Perry Marshall

Die 80/20 Regel besagt, dass 80% eures Umsatzes von 20% eurer Kunden kommen. Deswegen ist es gut zu wissen, wer diese 20% sind damit ihr mehr solcher Kunden anwerben könnt. Im Buch wird alles zwar aufs Marketing bezogen, aber es ist trotzdem hilfreich, das Buch zu lesen wenn ihr ein Unternehmen habt. Für mich war auf jeden Fall viel Hilfreiches dabei.

Zero to One: Notes on Startups, or How to Build the Future – Peter Thiel

Peter Thiel, der Autor, ist der PayPal Gründer, vielleicht kennt ihr ihn ja daher. Er ist auf jeden Fall einer der erfolgreichsten Unternehmer im Silicon Valley. Im Buch geht es darum, wie man als Startup von der Idee, also von Zero, zu einem funktionierenden Produkt, also zu One, kommt. Später dann kann man auch an der Vervielfachung des Produkts arbeiten, also von 1 to n. Das sind unternehmerisch zwei komplett verschiedene Dinge und es ist auch nicht jeder im Stande, beides zu können. Ich zum Beispiel bin eher der Zero to One Typ, aber in der Vervielfältigung bin ich nicht so gut. Da sollte ich dann wohl Kooperationen eingehen. Außerdem geht auch er auf das Thema ein, wie die EKS auch, dass ihr mit eurem Produkt ein konstantes Bedürfnis befriedigen müsst, um langfristig Erfolg zu haben.

Finite and Infinite Games – James Carse

Ich bin ganz ehrlich: dieses Buch ist unglaublich schwer zu lesen. Die Quintessenz ist, dass es endliche und unendliche Spiele gibt (das ganze Leben wird als Spiel aufgefasst). Ein endliches Spiel wäre zum Beispiel ein Fußballspiel, da ist vornherein klar, dass es irgendwann endet. Ein Unternehmen hingegen ist ein unendliches Spiel, es soll ja im besten Fall nicht aufhören. Auch das Leben selbst kann man als endlich oder als unendlich betrachten: Entweder strebt man nach einem bestimmtem Ziel, zum Beispiel 1 Million Euro zu haben, oder man strebt beispielsweise danach, glücklich zu sein. Der Vorteil und Nachteil an unendlichen Spielen ist, dass es kein Ende gibt. Am besten sollte man sich also unendliche Spiele aufbauen, bei denen das Spielen so viel Spaß macht, dass man kein Ende braucht. Glücklich sein ist also gar kein schlechtes Spiel.

Spent: Sex, Evolution, and Consumer Behavior – Geoffrey Miller

In diesem Buch habe ich zum ersten Mal verstanden, wie Dekadenz funktioniert. Warum kaufen Leute teure Autos und riesige Häuser? Im Grunde klar: Weil sie zeigen wollen, dass sie so viel Geld haben, dass sie so verschwenderisch damit umgehen können. Leute, die sich für Geld interessieren, werden tief beeindruckt sein. Oftmals das andere Geschlecht, was ja auch im Grunde das Ziel ist aus evolutionärer Sicht. Heute mag es das Geld sein, früher waren es andere Ressourcen, mit denen durch verschwenderischen Umgang geprahlt werden sollte. Mitunter sogar das Leben: Wenn ein Seefahrer von oben bis unten tätowiert war und trotzdem noch lebte (Tätowierungen waren vorm Sterilisieren der Geräte nämlich echt gefährlich), war das ein Zeichen dafür, dass er einen starken Körper hat. Das schindet natürlich Eindruck beim Arbeitgeber wie bei den Frauen. Ein wirklich interessantes Buch um die Welt etwas besser zu verstehen.

Throwing Rocks at the Google Bus: How Growth Became the Enemy of Prosperity – Douglas Rushkoff

Ein Buch zum Thema Anti-Innovation. Es geht darum, dass Start-Ups heute oft nach immer mehr Wachstum streben und schnell viel Geld machen wollen. Dabei sind sie oft auf Investoren angewiesen, und befinden sich dann in einer Mühle, da sie ja wachsen müssen, damit es sich für die Investoren lohnt. Aber das muss ja nicht sein. Man kann auch langsam wachsen, keiner zwingt einen dazu, riesig zu werden. Ich zum Beispiel habe gar nicht das Ziel ein riesiges Unternehmen zu erschaffen, ich muss nur gut davon leben können. Das reicht mir erst mal. Ein guter Podcast zu diesem Thema ist Team Human von Douglas Rushkoff, in dem er erzählt, warum wir vielleicht nicht alle Ressourcen verballern sollten.

Smart Business Concepts – Ehrenfried und Brigitte Conta Gromberg

Ehrenfried Conta Gromberg hatte ich ja auch schon mal bei mir im Podcast. In dem Buch geht es darum, welche Unternehmensformen es so gibt. Er und seine Frau sind gut darin, Kategorien zu entwickeln, und daraus abgeleitet Handlungsanweisungen. Es gibt also verschiedene Businessmodelle, und dann kann man natürlich sein Produkt auch innerhalb der Modelle noch auf verschiedne Weise anbieten. Mir gefällt an den Arbeiten von Ehrenfried und Brigitte Conta Gromberg immer gut, dass sie so gut Kategorien bilden und Vorgehensweisen ableiten können. Auch sehr lesenswert auf jeden Fall.

Und auch an dieser Stelle würde ich mich wieder über euer Feedback für meinen Jahresrückblick freuen! Da ich den nicht direkt an Silvester raushauen werde, habt ihr auch noch etwas länger Zeit. Also gebt Laut, ich würde mich darüber freuen 🙂 Super cool wären ja auch Audio Dateien mit eurem Feedback, die ich dann aber auch automatisch in den nächsten Podcast mit rein schneiden darf. Schickt mir dafür eine Audiodatei per WhatsApp oder als Datei in ner Email oder wie ihr wollt. Natürlich freue ich mich auch ungemein über eure Buchtipps, her damit! Ich will ja schließlich meine 1000 Bücher voll kriegen!

Der Link zu meinem Goodreads bookshelf:
http://www.goodreads.com/user/show/8133711-alex-boerger

Link zur Bonus HebelZeit Folge:
http://hebelzeit.de/bonus/personal-scrum/

Podcast von Douglas Rushkoff und Team Human:
http://teamhuman.fm/#content-pro

Und fürs Feedback:
http://hebelzeit.de/kontakt-impressum/

18 – Smart Business Concepts & Solopreneur – Ehrenfried Conta Gromberg

Ehrenfried Conta Gromberg entwickelt Smart Business Concepts und veranstaltete den Solopreneur-Day. Dort werden Unternehmer angesprochen, die smarter unterwegs sind, als man es von klassischen Unternehmen erwarten würde.

Was macht einen Solopreneur aus?

Solopreneure sind schlank unterwegs. Ihr Ziel ist es nicht, feste Gebäude aufzubauen oder Personen anzustellen. Solopreneure sind aber keine Eigenbrödler: sie haben durchaus Netzwerke. Trotzdem sind sie die alleinigen Inhaber ihres Unternehmens, nehmen kein Fremdkapital auf und arbeiten nicht auf den Exit hin. Außerdem haben Solopreneure flexible Teams und arbeiten mit Komponenten in meist digitaler Struktur und hohem Grad an Automatisierung.

Wie bekommt ein Solopreneur sein Produkt auf die Straße?

Erst einmal muss man sich hinsetzen und nachdenken. Es muss ein Konzept her, man muss wissen, wo der Weg hingehen soll. Der Weg darf dabei natürlich flexibel sein, Umwege sind drin. Grundlegende Fragen wie: Was will ich eigentlich? Wie groß soll mein Unternehmen werden? müssen allerdings von vornherein beantwortet werden.

„Kompetent mit Komponenten arbeiten“

Als Ehrenfried Conta Gromberg angefangen hat, Business Konzepte auseinander zu nehmen und zu verstehen, fiel ihm auf, dass am Ende einzelne Komponenten übrig bleiben. Man bildet selbst sozusagen den Kern und holt sich andere Unternehmen als (oft digitale) Komponenten dazu. Dabei gibt es übergreifende Komponenten, die jeder braucht; zum Beispiel arbeiten 90% der Solopreneure mit WordPress und viele mit Google Analytics. Und dann gibt es Komponenten, die branchenspezifisch sind, wie beispielsweise Auslieferungstools für Händler. Dabei ist Ehrenfrieds Faustformel: Vom aktuellen Umsatz sollten maximal 10% für Komponenten drauf gehen.

Was macht eine gute Komponente aus?

Eine gute Komponente muss einfach greifbar sein: man muss wissen, was man reinsteckt damit etwas Bestimmtes raus kommt. Der Output muss klar definiert sein und nach Checkliste abgearbeitet werden können. So wird allen Parteien transparent gemacht, was passiert und wie die Komponente ein Problem lösen oder einen Wunsch erfüllen kann. Weg also von der Individualisierung hin zum Productised Service und zu automatisierten Prozessen.

Beispiel: „Potato Parcel“

Ein Minimalbeispiel für ein Unternehmen und seine Komponenten wäre das britische Potato Parcel. Den Kern bildet ein Mann mit seiner Idee, Kartoffeln mit Sprüchen auf Bestellung zu versenden. Weiterhin hat er vier Komponenten: seine Webseite, ein Shopsystem auf seiner Webseite, ein Auslieferungssystem und Kommunikationskanäle wie Mailchimp, Instagram und Twitter. Ein sehr schlankes Konzept, mit guter Konzeption und nahezu ohne Risiko. Übrigens auch ein wichtiger Punkt: Lieber schlank anfangen, ohne großes Risiko und erst einmal den Markt antesten, wie wir es vom Lean Start up kennen.

Ehrenfrieds Hebel-Tipp

Ehrenfried Conta Gromberg Tipp zum Zeitsparen: als erstes die Newsletter Komponente eures Unternehmens überdenken. Sammelt alle E-Mail Adressen direkt richtig, macht euch Gedanken über deren Verwaltung, schon bevor ihr sie bekommt. Das spart am Ende eine Menge Zeit und Arbeit! Newsletter2go und Mailpoet wären Programme, die man beispielsweise gut nutzen könnte.
Es gibt auch Apps, wo die Leute ihre Mail-Adressen selbst eintragen können, was beispielsweise auch noch das Handschrift-Problem löst.

Webseiten:

http://smartbusinessconcepts.de/

http://solopreneurday.de

Tools:

https://www.newsletter2go.de

http://www.mailpoet.com

Talk auf der DNX über die Produkttreppe:

https://www.youtube.com/watch?v=_v8t4NX5KX0